Rückblick Programm 6.1.2019

Dreikönigskonzert 2019:
 


Sinnieren zum Jahreswechsel

Artikel der Wiler Zeitung vom 08.01.2019
Bereits zum 19. Mal fand am Sonntagabend das traditionelle Dreikönigskonzert statt. Stradis Orchester und Nicolas Senn nahmen das Thema «Besinnlich – Festlich – Fröhlich» mit grosser Spielfreude auf.

Immer wieder überraschend sei Weihnachten, meinte Joseph Senn, OK-Chef des Dreikönigskonzerts in seiner kurzen Eröffnungsrede, obwohl der Termin jedes Jahr von vornherein feststehe. Die Parallele zum Dreikönigskonzert ist schnell gezogen: Immer wieder überraschend ist das Konzert zu Ehren des königlichen Besuchs an der Krippe. Auch wenn schon zum 19. Mal durchgeführt, vermag das Programm beziehungsweise die geladene Formation oder der Solist immer wieder zu überraschen.
So auch dieses Jahr. Etliche Male sah man das Inserat zur kleinen Ostschweiz-Tournee des Stradis Orchester in der Zeitung, doch Degersheim war darin nie erwähnt. Joseph Senn: «Dieses Konzert ist nicht Teil der momentanen Tournee der Musiker, sondern ein ganz spezielles mit einem eigenen Programm gemäss unserer Affiche ‘Besinnlich – Festlich – Fröhlich›.»


Musik aus zwei Regionen
Fröhlich sollte es also werden, festlich auch und etwas Besinnlichkeit – das kann auch in diesen Nachweihnachtstagen nicht schaden. Wie in der Ankündigung kam der besinnliche Teil auch gleich am Anfang mit einem Weihnachtslied zum Zug – noch ohne den Solisten Nicolas Senn. Der habe sich verspätet, meinte Joseph Senn – mit dem jüngeren Senn weder verwandt noch verschwägert – scherzhaft: «Er ist noch nicht da, vielleicht ist er im Schnee stecken geblieben.» Das hätte auch gut sein können, erreichte doch das Chaos auf den Strassen in den höhergelegenen Gebieten, wie Degersheim es ist, am Abend seinen Höhepunkt. Doch der jüngere Senn war da, er wartete in der Sakristei auf seinen Einsatz, den er dann im dritten Stück auch gut gelaunt und selbstansagend wahrnahm.

 

Noch vorher nahm sich das Orchester, das heuer seinen 20. Geburtstag feiert, unter der Leitung von Michael Schläpfer die Lustspiel-Ouverture Op. 73 von Béla Kéler (eigentlich Albert Paul Keler; 1820–1882) vor. Dirigent Schläpfer: «Wir spielen heute Musik aus zwei Regionen, nämlich dem Appenzellerland und der Donaumonarchie.» Wo die eine Region klar umrissen ist, bedarf es bei der anderen Erklärungen: Die Donaumonarchie von 1867 bis 1919 bildete die letzte Phase des Habsburgerreiches, also Österreich-Ungarns und Teilen des Balkans. Aus dieser Phase stammen viele Musikstile, Musikstücke sowie berühmte Komponisten. Im Folgenden stellten Schläpfer und seine 22 Musikerinnen und Musiker einige bekannte und weniger bekannte Lieder aus jener Zeit vor.


Eine Anekdote zu jedem Stück
Doch vorerst kam Nicolas Senn. Mit einer kleinen Formation aus Akkordeon, Geige, Bass und Hackbrett bot er seine Eigenkomposition «Morgenstimmung 456» dar, die so heisst, weil es der Anzahl der Treppentritte vom Bahnhof St.Gallen bis zur Universität auf dem Rosenberg entspricht. Senn wie Schläpfer wussten zu jedem Stück, das sie jeweils selbst ankündigten, eine fröhliche Anekdote – ganz dem dritten Adjektiv des Abends entsprechend. In diesem Sinn ging es weiter im Programm, vom «Saitenmörder» (Walter Alder) über «Sterne über der Puszta» (trad. ungarisch) bis zum «Quöllfrisch» (Roman Brühlisauer).
Doch dann ging es dem Finale des Abends entgegen: dem Kaiserwalzer (Johann Strauss Sohn; 1825 – 1899). Spätestens zu diesem Zeitpunkt war manch sitzender Besuchende geneigt, aufzustehen und nach den fröhlichen Takten zu tanzen. Doch man befand sich in einer Kirche, die recht voll war – 400 Zuhörende – und es hätte wohl Platzprobleme gegeben. Doch das fast zwei stündige Konzert war auch ohne Tanz ein Genuss.

 

Michel von Niederhäusern und Susanna Fröhlich beim Talerschwingen.


 

Das nächste Konzert findet statt am:

Sonntag, 5. Januar 2020,
17.00 Uhr
16.50 Uhr Glockengeläute
17.00 Uhr in der katholischen Kirche St.Jakobus

Programm
Wir informieren Sie gerne später zum bevorstehenden Programm. Schauen Sie bald wieder vorbei!

 

Rückblick
vom letzten Konzert am 6.1.2019


Herzlichen Dank allen Sponsoren und Spendern, welche diesen Anlass mittragen!